1 Reply Latest reply on Aug 18, 2016 1:27 AM by Schenkewitz

    Aufteilung eines Raidverbundes?

    Olix67 Lurker

      Ich richte einen neuen Server für eine ESXi 5.1 Installation ein.

      Es handelt sich um einen Dell R620 mit 192GB Ram und 2 Stück Intel Xeon E5-2660 (8 Kern)

       

      Das System verfügt über einen Perc Controller und 8 SAS Platten 2,5 Zoll 600GB/10.000 UMin

       

      Auf dem System laufen ca. 20 VMs (Einfache Rechner, Fileserver, keine Datenbankserver)

       

      Nun meine Frage:

       

      Macht es mehr Sinn einen einzelnen Datastore auf einem Raid5 über alle Platten einzurichten oder sollte ich lieber 2 Stück RAID5 mit je 4 Platten einrichten und die VMs darauf verteilen?

       

      Danke für Eure Hilfe.

       

      Oliver

        • 1. Re: Aufteilung eines Raidverbundes?
          Schenkewitz Novice

          Die Wahl der RAID-Config ist ja auch von deiner Anforderung in Sachen Speicherplatz und Leistung abhängig. Persönlich gehen wir heute immer auf RAID10 bei internem SAS Storage, da dann einfach die maximal verfügbare Leistung aus dem Platten geholt wird in Schreib- und Leseleistung und dennoch Verfügbarkeit mit sich bringt. Ergibt dann zwar nur 50% nutzbare Kapazität aber es gibt dann auch seltener Bottlenecks im I/O. 20 VMs können durchaus auch eine Menge I/O erzeugen und ein RAID5 aus 8x 10k SAS HDD oder 2 RAID5 aus je 4x 10k SAS HDD ergeben in der Summe nicht viel mehr als ca. 600 IOPS bei 70% Read und 30% Write.

           

          Ein großes RAID5 über 8 Platten zu je 600GB ergibt rund 4,2TB nutzbaren Speicher und ganz "passable" Leistungswerte. Die Rebuildzeit bei 600GB Platten ist auch noch überschaubar und vertretbar sofern du auch ein ordentliches Datensicherungskonzept hast. Bei einem Rebuild kann immer etwas schief gehen und eine zweite Platte ausfallen, weshalb RAIDs nicht mit zu vielen HDDs bestückt sein sollten.

           

          Zwei RAID5 mit jeweils 4 Platten zu je 600GB ergeben in der Summe nur noch 3,6TB nutzbaren Speicher, da du 2 HDDs gegenüber nur einer verlierst. Zudem hast du dann nicht einen großen Datastore sondern zwei Stores mit jeweils 1,8TB. Das kann dann zum Problem werden, wenn eine einzelne VM bzw. eine einzelne vDisk einer VM größer als die Gesamtgröße deines Datastores wird. Die Gesamt-IOPS sind in etwa gleich zum großen RAID5, aber du kannst pro VM auch nur maximal die hälfte davon nutzen sofern deren vDisks nicht auf beiden Datastore verteilt liegen.

           

          Aber RAID5 hat noch einen entscheidenden Nachteil beim Einsatz in Produktivservern - Die RAID-Leistung während eines Rebuilds ist extrem schlecht. Wenn dir eine Platte ausfällt und der Rebuild läuft werden deine 20 VMs erheblich an Leistung einbüßen bis hin zum möglichen kurzfristigen Einfrieren der VMs. Mit einem RAID 10 hast du diese Probleme nicht.

           

          Aber mal was ganz anderes:

          Wieso jetzt noch ESXi 5.1 installieren? In wenigen Tagen (am 24.08.2016) endet der VMware General Support für vSphere 5.1. Es gibt dann keine Security Patches, keine Bugfixes, keinen Telefonsupport und keine Maintenance Updates und Upgrades mehr. Dein Dell R620 ist bis zur aktuellen vSphere 6.0 U2 in der HCL von VMware geführt, also am besten gleich vSphere 5.5 U3 oder vSphere 6.0 U2 installieren. Ansonsten ist euer Server bereits mit Inbetriebnahme nicht mehr supportfähig.

           

          http://www.vmware.com/content/dam/digitalmarketing/vmware/en/pdf/support/product-lifecycle-matrix.pdf

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